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Schlittenhunde: Ein bewahrenswertes Naturerbe
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Schlittenhunde - ein bewahrenswertes Naturerbe

(Fortsetzung)

Die Schlittenhunde wären allein der Natur überlassen noch immer absolut überlebensfähig, wenn sich ihnen nicht die Technik (Verkehr etc.) in den Weg stellen würde. Diese Selbstständigkeit und Denkfähigkeit unterscheidet die Schlittenhunde daher wesentlich von den bekannteren Familien- und Gebrauchshunden. Dass sich die Wölfe nie domestizieren lassen kommt daher, weil sie sich keinem fremden Willen beugen. Ähnlich verhält es sich bei den Schlittenhunden. So gehorchen sie zum Beispiel nur, wenn sie selbst einen für sie vernünftigen Grund darin sehen und sie lassen sich auch zu nichts zwingen. Das ist mit ein Grund, weshalb die erzieherischen Massnahmen für die Schlittenhunde sehr viel Geduld, Liebe und Verständnis erfordern, denn ihre eigenen Interessen haben bei ihnen immer Vorrang.

Oft hört man, dass man von jedem Hund das gleiche verlangen und erwarten darf und mittels der nötigen Erziehung alles erreichen kann. Stimmt, aber nur, wenn man die natürlichen und charakteristischen Merkmale der Schlittenhunde nicht akzeptiert, wenn man deren Willen, Instinkt und ihr Urverhalten brechen würde. Aber das käme einer Aberkennung der Natur gleich. Wer einen Hund möchte, der aussieht wie ein Schlittenhund aber gehorcht wie ein Retriever, sollte die Hände von den Nordischen Hunden lassen. Er wäre ein Hundeleben lang enttäuscht und der Hund ein Leben lang unglücklich!

Nur wer den Ursprung und das Verhalten der Schlittenhunde kennt und respektiert ist auch eines Schlittenhundes würdig. Dazu gehört auch darüber zu stehen, wenn andere, die diese faszinierenden Hunde nicht kennen, über deren Eigensinn und vermeintlichen Ungehorsam die Nase rümpfen.

Ihrer Neugierde und ihrem Laufdrang geben sie oft und gerne nach. Vor allem in der freien Natur. Das Spazieren mit ihnen erfordert vom Hundehalter immer ein wachsames Auge auf den Hund um noch vor der Umsetzung gewisser Absichten des Hundes sofort reagieren zu können. Am meisten erreicht man, wenn man die Interressen des Hundes "umpolen" kann, denn allein nur ein Befehl ist für einen Schlittenhund noch kein Grund, von seinem Vorhaben abzulassen. Im übertragenen Sinn denkt der Hund etwa so: "Geh du nur schon mal nach Hause, ich komme dann auch wenn ich mit meinen Interessen fertig bin, schliesslich kenne ich den Weg"! Auch darin drückt sich ihre Selbständigkeit aus und nicht zuletzt deshalb wird sich eine ganz enge Bindung zwischen dem Mensch und dem Schlittenhund nur ganz selten ergeben.

Viele Schlittenhunde - auch hier in der Schweiz - werden in Verbänden von mehreren Hunden gehalten, also in einem geschlossenen und intakten Rudel; mit aus der eigenen Reihe erkorenen Alphatieren (je eines pro Geschlecht). Zwar haben auch diese eine Beziehung zu den Menschen, aber erst in zweiter Priorität. Die erste gilt allein dem sozialen Gefüge in ihrem eigenen Rudel.

Die Aufgabe eines Rudels und vor allem der Leittiere besteht darin, ihr eigenes Territorium gegen fremde Vierbeiner zu verteidigen. Der immer noch vorhandene Instinkt schreibt ihnen das ebenso vor wie auch auf Streifzügen die Jagd nach einem ausgeklügelten System wahrzunehmen. Zwar hätten sie das durch unsere Zufütterung nicht nötig, aber der Instinkt ist immer noch da. Und der sagt ihnen, "nimm was du kriegst, man weiss nie, wann wir wieder auf Beute stossen".




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